Verkehrswende: Es geht nur gegen die Konzerne

Klima

„BerlKönig“ heißt der Rufbus der Berliner Verkehrsbetriebe. Das Ridesharing-Angebot soll die Zahl individueller Autofahrten in der Stadt reduzieren

„BerlKönig“ heißt der Rufbus der Berliner Verkehrsbetriebe. Das Ridesharing-Angebot soll die Zahl individueller Autofahrten in der Stadt reduzieren.

© Imago Images/Seeliger

Die Autoindustrie hat die Elektromobilität entdeckt. Aber eine echte Verkehrswende ist das noch lange nicht. Sie kann nur von unten kommen. Der Gastbeitrag.

Die Debatte über einen klimagerechten Verkehr der Zukunft ist voll entbrannt, der Fridays-for-Future-Bewegung sei Dank. Das Fenster der Möglichkeiten für Veränderung steht offen. Es ist an uns allen, die Chance für eine sozial-ökologische Verkehrswende jetzt nicht ungenutzt verstreichen zu lassen.

Das wird nur möglich sein, wenn alle relevanten zivilgesellschaftlichen Akteure an einem Strang ziehen: Klimagerechtigkeits- und globalisierungskritische Bewegung, umwelt- und verkehrspolitische Verbände, Parteien, Gewerkschaften und aktivistische Gruppen müssen gemeinsam der mächtigen Autoindustrie die Stirn bieten. Eine radikale Wende in der Verkehrspolitik kann nur gegen die Konzerne und ihre Interessen durchgesetzt werden.

Einen Anfang werden die Proteste während der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) diese Woche in Frankfurt machen. Erstmals in der Geschichte Weiterlesen Verkehrswende: Es geht nur gegen die Konzerne

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Rendite ohne Risiko – was Klimaanleihen bringen

Die neuen Klimapläne der CDU/CSU enthalten eine große Überraschung: Die Unionsparteien haben nicht nur wenig für die heiß diskutierte CO2-Steuer übrig, sie erwärmen sich auch für die sehr neue Idee einer Klimaanleihe. Wirtschaftsminister Peter Altmaier hat die Pläne in einem Interview der Funke-Regionalzeitungen ausgebreitet. Laut der Nachrichtenagentur dpa zeigte auch Bundeskanzlerin Angela Merkel auf der Klausurtagung der Fraktionsspitze Sympathie für die Idee.

Woher kommt die Idee?

CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt brachte das Schlagwort „Klimaanleihe“ per „Bild am Sonntag“ erst am 25. August ins Spiel. Die ersten Reaktionen hatten den Tenor: Wieder so eine unausgegorene Idee der CSU, wie die gescheiterte Pkw-Maut. Daher überrascht es, dass die Schwesterpartei CDU jetzt ihr politisches Gewicht dafür einsetzt.

Welche Vorteile werden versprochen? Weiterlesen Rendite ohne Risiko – was Klimaanleihen bringen

#Klimastreik am 20. September: Zusammen mit Fridays for Future auf die Straße!

https://m.youtube.com/watch?v=U7_h_aaBtSY&list=PLJck-NtrH3TUCofBcChCbJxfjrj21NdA5&feature=youtu.be

Klimaschutz geht uns alle an! Weltweit streiken Kinder und Jugendliche seit Monaten jeden Freitag für ihre Zukunft. Jetzt sind wir alle gefordert: Lasst uns am 20. September gemeinsam mit #FridaysForFuture auf die Straße gehen. Mit einem riesigen #Klimastreik treiben wir die Regierung zum Handeln! #AlleFürsKlima https://www.klima-streik.org

Lizenz zum Klima-Killen

Warum der Glaube an die CO2-Steuer illusionär ist und es keine „ökologische Marktwirtschaft“ geben kann

von Norbert Trenkle

1.

Von der CO2-Steuer zu sagen, sie erziele nicht die versprochenen Wirkungen, ist eine Verharmlosung. Aufs Ganze betrachtet, wird sie weder eine nennenswerte Reduktion der klimaschädlichen Emissionen bewirken, noch gar eine „ökologische Transformation“ der Marktwirtschaft einleiten, sondern ist vielmehr ein Freibrief, den sich die Gesellschaft ausstellt, um genauso weitermachen zu können wie bisher. Um das zu verstehen, braucht es nicht viel Phantasie. Ein wenig Erfahrungswissen genügt. Selbst wenn die Steuer hier und dort gewisse Einspareffekte beim CO2-Ausstoß bewirken mag, ist doch völlig absehbar, dass diese durch einen gesteigerten Ressourcenverschleiß an anderer Stelle konterkariert werden. Dieser Mechanismus ist längst bekannt und wurde in der Postwachstums-Literatur breit diskutiert. So werden etwa relative Einsparungen beim Energieerbrauch (z.B. effizientere Motoren) durch eine Ausdehnung des absoluten Verbrauchs überkompensiert (z.B. größere Autos und höhere Stückzahlen). Das ist der sogenannte materielle Rebound-Effekt. Des Weiteren liefern politische Maßnahmen mit einem ökologischen Anstrich die Legitimation dafür, die bestehende Produktions- und Lebensweise aufrechtzuerhalten und das Wirtschaftswachstum weiter anzukurbeln; denn schließlich wurde ja vorgeblich bereits ein relevanter Beitrag zur Erhaltung von Natur und Umwelt geleistet. Man spricht hier von dem politischen Rebound-Effekt. Typisches Beispiel dafür war die Einführung der Abgaskatalysatoren in den 1980er-Jahren, welche die PKWs „umweltfreundlich“ machen sollte, tatsächlich aber Weiterlesen Lizenz zum Klima-Killen