Landnutzung Weltklimarat fordert radikales Umsteuern

Der Weltklimarat hat eine radikale Kehrtwende bei der Landnutzung und eine Änderung des Essverhaltens gefordert.

Bei der Vorstellung eines Sonderberichts erklärten die Wissenschaftler in Genf, die internationale Gemeinschaft müsse sofort handeln, um die wachsende Erdbevölkerung dauerhaft ernähren und zugleich das Klima schützen zu können. Sie plädieren dafür, die Ausbeutung von Land, die Lebensmittelverschwendung und die CO2-Belastung durch die Landwirtschaft zu reduzieren.

Essverhalten umstellen

Ein weiterer Aspekt: die Ernährung. Zwar raten die Experten ausdrücklich nicht dazu, sich komplett fleischlos zu ernähren. Eine Änderung des Essverhaltens halten sie aber dennoch für dringend geboten: Würde sich die Weltbevölkerung stärker von pflanzlichen und nachhaltig produzierten tierischen Lebensmitteln ernähren, könnten bis 2050 mehrere Millionen Quadratkilometer Land renaturiert werden, heißt es in dem Bericht.

Warnung vor Temperaturanstieg

Der weltweite Temperaturanstieg hat dem Bericht zufolge über den Landflächen 1,53 Grad erreicht. Unter Berücksichtigung der sich langsamer erwärmenden Meeresflächen sei die globale Temperatur insgesamt um knapp 0,9 Grad gestiegen, hieß es weiter.

Für diesen Report verglich der Weltklimarat (IPCC) die Zeiträume 1850 bis 1900 und 2006 bis 2015. Der IPCC hatte im vergangen Jahr vor den Auswirkungen gewarnt, falls die globale Temperatur insgesamt über 1,5 Grad steigen sollte. Die 107 Forscher aus 52 Ländern warnen: In den kommenden Jahrzehnten werde die Zahl, Dauer und Intensität von Hitzewellen sowie Dürren zunehmen, ebenso extreme Regenfälle.

Die Bundesregierung will am 20. September ihre Klima-Strategie vorstellen. Drei Tage später beraten die Staaten auf einem Gipfel der Vereinten Nationen über die Folgen des Temperaturanstiegs.

Führendes Gremium weltweit für Fragen der Erderwärmung

Angesichts der Erderwärmung gründeten zwei UNO-Organisationen vor mehr als 30 Jahren den Weltklimarat, der inzwischen fast 200 Mitgliedsländer hat. Das Gremium forscht nicht selbst, sondern soll aufzeigen, wie sich der Klimawandel auf Natur und Mensch auswirkt und wie er gebremst werden kann. 

Im vergangenen Jahr präsentierten die Experten einen Sonderbericht über das international vereinbarte Ziel, die Erderwärmung möglichst auf 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen.

Seit seiner Gründung 1998 veröffentlichte der Rat mit Sitz in Genf fünf große Sachstandsberichte und mehrere Sonderreporte zum Klimawandel. Die Berichte der sechsten Bewertungsrunde sollen in den ersten Jahren des kommenden Jahrzehnts erscheinen.

In die Papiere des Gremiums fließen die Erkenntnisse Hunderter Wissenschaftler zur Erderwärmung ein. Der Weltklimarat hat 2007 den Friedensnobelpreis erhalten, damals gemeinsam mit dem ehemaligen US-Vizepräsidenten und Klimaaktivisten Al Gore.

Sie können zum Thema auch ein Gespräch mit Dlf-Redakteur Georg Ehring nachlesen und -hören. Auch er erläutert die wesentlichen Punkte aus dem Bericht.

Auch die Sendung „Forschung aktuell“ berichtet.

(Mit Material von epd)

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