Ist Kohlendioxid wirklich ein Klimakiller?

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Faktencheck: Ist Kohlendioxid wirklich ein Klimakiller?

Faktencheck: Ist Kohlendioxid wirklich ein Klimakiller?

Für meinen YouTube-Kanal habe ich ein Kurzvideo produziert, das den Einfluss von Kohlendioxid auf den Treibhauseffekt erklärt. In einem kleinen Versuch wurde im Video Kohlendioxid in eine Plastikkuppel geleitet und mit einer Lampe bestahlt. Die Erwärmung in der Kuppel fiel mit Kohlendioxid erwartungsgemäß höher aus als mit normaler Luft.

Als Reaktion habe ich in den Kommentaren zu dem Video einen regelrechten Shitstorm mit wüsten Beschimpfungen, übelsten Beleidigungen und sogar Bedrohungen erhalten. Solche Kommentare werden zwar sofort gelöscht. Aber es stimmt mich sehr bedenklich, dass es vor allem aus dem Kreis von Menschen, die Fakten zum Klimawandel nicht akzeptieren wollen oder können ein derartiger zum Teil menschenverachtender Kommunikationsstil an den Tag gelegt wird.

Es gibt jedoch auch einige sachlich vorgetragene Kommentare, die sich inhaltlich allerdings sehr oft wiederholen. Einige dieser Kommentare möchte ich hier aufgreifen und die wissenschaftlichen Fakten dazu zusammenfassen. Hierbei unterteile ich diese und Kommentare zum Versuch an sich und generellen Anmerkungen zum Klimawandel.

Einen Link auf das Video gibt es hier:

Kommentare zum Versuch


Kommentar: Der Versuchsaufbau kann gar nicht die Verhältnisse in der Atmosphäre nachbilden.

Fakten: Das war nie das Ziel des Versuchs. Bei dem Versuch geht es lediglich um den qualitativen Nachweis, dass sich eine kohlendioxidreiche Luft bei ansonsten identischen Bedingungen durch eine Strahlungsquelle stärker erwärmt als kohlendioxidarme Luft. Dieser Versuch soll Behauptungen entkräften, dass Weiterlesen Ist Kohlendioxid wirklich ein Klimakiller?

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Gespraech mit Claus-Peter Reisch

https://www.br.de/mediathek/video/rettungsaktion-im-mittelmeer-gespraech-mit-claus-peter-reisch-av:5d20d5fd2bd8f20013431f90

https://www.br.de/mediathek/video/rettungsaktion-im-mittelmeer-gespraech-mit-claus-peter-reisch-av:5d20d5fd2bd8f20013431f90

Online bis 13.07.2019

Als Kapitän des Seenotretters der Mission Lifeline kennt Claus-Peter Reisch die Situation vor Italien. Das Land weigert sich gerette Menschen aufzunehmen. Europas Flüchtlingspolitik werde auf den Rücken der Kapitäne ausgetragen, so Reisch.

Deniz Yücel nennt Verfassungsschutz „gefährlichste Behörde Deutschlands“

Weil seine Inhaftierung in der Türkei an Kafkas „Der Prozess“ erinnert, wurde der Journalist Deniz Yücel zur Premiere bei den Bad Hersfelder Festspielen eingeladen. Dort griff er den Verfassungsschutz scharf an – zum Missfallen von Ministerpräsident Bouffier.

Deniz Yücel bei seiner Festrede bei den Bad Hersfelder Festspielen

Audio 01:12 Min.

Deniz Yücel: „Der Verfassungsschutz gehört aufgelöst“

Der ein Jahr in der Türkei inhaftierte Journalist Deniz Yücel hat bei seiner Festrede zur Eröffnung der Bad Hersfelder Theater-Festspiele den Verfassungsschutz scharf kritisiert. Er sei „die gefährlichste Behörde Deutschlands“, sagte Yücel am Freitagabend auf der Bühne der Stiftsruine. Der Verfassungsschutz habe zudem bewiesen, dass er „nicht reformfähig“ sei: „Daher gehört er aufgelöst.“

Der deutsch-türkische Journalist und Korrespondent der Tageszeitung Die Welt nahm Bezug auf die Ermordung des Internetcafé-Besitzers Halit Yozgat in Kassel im Jahr 2006. Für die Tat wird die rechtsextreme Terrorgruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) verantwortlich gemacht. Damals war mit Andreas Temme ein V-Mann-Führer des Landesamts für Verfassungsschutz am Tatort anwesend.

Deniz Yücel bei der Eröffnung der Bad Hersfelder Festspiele zwischen Europa-Staatssekretär Michael Roth (SPD) und der Frau des Bad Hersfelder Bürgermeisters, Gabi Schäfer.

Deniz Yücel bei der Eröffnung der Bad Hersfelder Festspiele zwischen Europa-Staatssekretär Michael Roth (SPD) und der Frau des Bad Hersfelder Bürgermeisters, Gabi Schäfer. Bild © picture-alliance/dpa 

„Es ist bis heute nicht aufgeklärt, was der Mann dort zu suchen hatte“, befand Yücel. Auch nach der Ermordung des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke (CDU) Anfang Juni, für die der Neonazi Stephan Ernst dringend tatverdächtig ist, stehe die Frage der Rolle des hessischen Verfassungsschutzes im Raum, sagte Yücel.

Bouffier: „Ihr Urteil über den Verfassungsschutz ist grundfalsch“

Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU), den Yücel bei seiner Fundamentalkritik persönlich angesprochen hatte, erwiderte als weiterer Festredner: „Sie haben ein sehr hartes Urteil über den hessischen Verfassungsschutz gefällt. Dieses ist grundfalsch.“ Dank der Mitarbeiter seien bereits Anschläge und Morde verhindert worden. Daher sei Yücels Schelte auch „ungerecht“, befand Bouffier.

Ministerpräsident Bouffier bei den Bad Hersfelder Festspielen

Ministerpräsident Bouffier am Freitagabend bei den Bad Hersfelder Festspielen. Bild © picture-alliance/dpa 

Yücel saß ein Jahr ohne Anklageschrift in der Türkei im Gefängnis, zeitweise in Einzelhaft. Der Vorwurf: Terrorpropaganda. Erst im Februar 2018 kam er nach politischem Tauziehen zwischen Berlin und Ankara frei. Das Verfassungsgericht in Ankara erklärte die Untersuchungshaft des Reporters vor kurzem für rechtswidrig. Yücel bezeichnete seine Inhaftierung in der Türkei als Geiselnahme.

Bürgermeister Fehling: Kafkas Text „erschreckend aktuell“

Yücels Einladung zu den Bad Hersfelder Festspielen stand im Zusammenhang mit der Auftaktpremiere. Intendant und Regisseur Joern Hinkel präsentierte am Freitagabend seine Fassung von Franz Kafkas „Der Prozess“, in dem es darum geht, wie ein Unschuldiger in Haft kommt. Die Premiere war mit 1300 Zuschauern ausverkauft.

Der Bad Hersfelder Bürgermeister Thomas Fehling (parteilos) sagte, Kafka erzähle in seinem Roman, wie ein Rechtsstaat und eine Demokratie ausgehöhlt würden. Daher sei das Stück von „erschreckender Aktualität“. Yücels Fall weise Parallelen zu „Der Prozess“ auf.

Sendung: hr-iNFO, 5.7.2019, 22 Uhr

Quelle: dpa/lhe

Luisa Neubauer im Interview der Woche „Kompletter Kohleausstieg bis 2030 machbar“

Klimaaktivistin Luisa Neubauer spricht beim freitäglichen Schülerstreik in Berlin in ein Mikrofon und hält dabei ein Handy hoch (imago / Seeliger)

Die deutsche Klimaaktivistin Neubauer fordert eine Abschaltung mehrerer Kohlekraftwerke noch für dieses Jahr. 

Ein kompletter Ausstieg aus der Kohleverstromung bis zum Jahr 2030 sei machbar, finanzierbar und realisierbar, sagte die Mit-Initiatorin der Schülerstreiks hierzulande im „Interview der Woche“ des Deutschlandfunks. Neubauer stellte sich außerdem hinter die Forderung, den Ausstoß des Treibhausgases CO2 zu besteuern. Man müsse anfangen, einen reellen Preis für die Klimazerstörung zu zahlen, die man gerade praktisch jeden Tag voranbringe. Ob dies am Ende die Verbraucher, der Staat oder die Steuerzahler täten, sei eine „Gestaltungsfrage“.

Einer thematischen Ausweitung der „Fridays for Future“-Bewegung erteilte Neubauer eine Absage. Spreche man etwa von Geflüchteten auf dem Mittelmeer, dann stelle man fest, dass viele auch flüchteten, weil sie gerade ihre Lebensgrundlage verlören, getrieben beispielsweise auch von einer Klimakrise.

Das „Interview der Woche“ hören Sie am Sonntag um 11:05 Uhr im Deutschlandfunk.