Für das Leben, gegen den Tod

Von Ralf Klingsieck , Paris

Picasso ist nicht nur der wohl bedeutendste Maler des 20. Jahrhunderts, sondern auch ein Mann, der die Macht seines Namens bewusst für politische Anliegen eingesetzt hat, die ihm wichtig waren. Davon zeugen zwei Ausstellungen, die gegenwärtig in Frankreich zu sehen sind – »Picasso und das Exil« im Kulturzentrum Les Abattoirs in Toulouse und »Picasso und der Krieg« im Armeemuseum im Pariser Hôtel des Invalides.

Picasso war nie Soldat. In Spanien war er aus gesundheitlichen Gründen freigestellt und in Frankreich, weil er neutraler Ausländer war. Doch das Thema Krieg hatte ihn schon als Kind beschäftigt. Da zeichnete er auf den Rand von Heften und Büchern immer wieder Soldaten und Waffen. Als Kunststudent in Barcelona wählte er als Thema zahlreicher Bilder historische Schlachten der Griechen und Römer oder die blutige Eroberung Südamerikas durch die Kolonialmacht Spanien. Erhalten sind auch einige Zeichnungen zum Burenkrieg 1899-1902 in Südafrika, den Picasso in den Zeitungen verfolgt hat. Ebenso beschäftigte ihn der Unabhängigkeitskrieg der Kubaner gegen Spanien, auf den 1898 der Spanisch-Amerikanische Krieg folgte, durch den die Kolonialmacht Spanien aus Lateinamerika vertrieben wurde.

Diese Ereignisse führten viele Weiterlesen Für das Leben, gegen den Tod

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