Satiriker Semsrott: „Bin fasziniert von der Kommunikationsleistung der CDU“

Satiriker Semsrott: „Bin fasziniert von der Kommunikationsleistung der CDU“

Nico Semsrott ist ein vor allem unter jungen Menschen bekannter Kabarettist und Politiker. Hier ist er bei einer Preisverleihung 2014 zu sehen.

Exklusiv Die CDU und soziale Medien – in jüngster Zeit keine Liebesbeziehung. Nach dem Video des Youtubers „Rezo“ sorgt Politiker und Kabarettist Nico Semsrott für Aufregung.

Die CDU hat im April dafür gekämpft, das Urheberrecht in der Europäischen Union zu reformieren – und verstößt nun selbst dagegen. Das hat der Politiker und Satiriker Nico Semsrott mit simpler Recherche herausgefunden: Er besuchte den Youtube-Kanal der CDU und fand dort zahlreiche Mitschnitte aus dem Programm der öffentlich-rechtlichen TV-Sender.

In mehreren Twitter-Posts veröffentlichte er am Donnerstag dieses Tatsache und sorgte so dafür, dass die CDU das Material der Öffentlich-Rechtlichen von ihrem Youtube-Kanal nehmen musste.

Semsrott selbst kandidiert für die Partei „Die Partei“ auf Listenplatz 2 für die Europawahl. Er ist Kabarettist, Satiriker und Slam-Poet. Im Interview erklärt er die Hintergründe. Achtung, das Gespräch könnte eine Prise Humor enthalten.

Wie kam es dazu, dass Sie die Videos auf dem Youtube-Kanal der CDU fanden? Checken Sie regelmäßig die Medien-Kanäle anderer Parteien?

Nico Semsrott: Ich bin grundsätzlich fasziniert von der Kommunikationsleistung der CDU. Es ist wie ein Unfall, man muss hingucken. Deren Youtube-Kanal gehört dazu.

Wird man als Satiriker nicht irgendwann müde von all den Steilvorlagen, die einem die CDU bietet?

Semsrott: Ja. Und arbeitslos. Das ist eigentlich die größere Gefahr. Die Politiker nehmen uns Satirikern die Arbeitsplätze weg. Deswegen gehe ich als Satiriker aus reiner Notwehr Weiterlesen Satiriker Semsrott: „Bin fasziniert von der Kommunikationsleistung der CDU“

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Snowden: „Kriegserklärung an den Journalismus“

Bild: Pixabay.com

Das US-Justizministerium beschuldigt Assange zusätzlich mit 17 Straftaten mit jeweils einer Höchststrafe von 10 Jahren Gefängnis. Es soll ein Exempel statuiert werden

Es war zu erwarten, dass das US-Justizministerium Julian Assange nicht nur wegen Verschwörung zum Einbruch in die Computersysteme anklagen würde, wie bislang bekannt geworden ist. Darauf stünde eine Höchststrafe von 5 Jahren Gefängnis. Zu vermuten war, dass man es Großbritannien oder Schweden erleichtern wollte, Assange auszuliefern. Verwunderlich ist, dass nun schon vor der Auslieferung 17 weitere Anklagen nachgeschoben werden. Assange, so wird gesagt, sei beteiligt an einer der größten Verletzung von Geheimdokumenten in der amerikanischen Geschichte.

Eine Grand Jury hat gestern Assange angeklagt, 18 unterschiedliche Straftaten begangen zu haben, 17 der Straftaten sind neu, meist Weiterlesen Snowden: „Kriegserklärung an den Journalismus“

Snowden: „Kriegserklärung an den Journalismus“

Bild: Pixabay.com

Das US-Justizministerium beschuldigt Assange zusätzlich mit 17 Straftaten mit jeweils einer Höchststrafe von 10 Jahren Gefängnis. Es soll ein Exempel statuiert werden

Es war zu erwarten, dass das US-Justizministerium Julian Assange nicht nur wegen Verschwörung zum Einbruch in die Computersysteme anklagen würde, wie bislang bekannt geworden ist. Darauf stünde eine Höchststrafe von 5 Jahren Gefängnis. Zu vermuten war, dass man es Großbritannien oder Schweden erleichtern wollte, Assange auszuliefern. Verwunderlich ist, dass nun schon vor der Auslieferung 17 weitere Anklagen nachgeschoben werden. Assange, so wird gesagt, sei beteiligt an einer der größten Verletzung von Geheimdokumenten in der amerikanischen Geschichte.

Eine Grand Jury hat gestern Assange angeklagt, 18 unterschiedliche Straftaten begangen zu haben, 17 der Straftaten sind neu, meist Weiterlesen Snowden: „Kriegserklärung an den Journalismus“

Reaktion auf Rezo-Video Die Selbstzerstörung der CDU

Reaktion auf Rezo-Video Die Selbstzerstörung der CDU

Fünfeinhalb Millionen Klicks in fünf Tagen: So viel Aufmerksamkeit hat das Video „Die Zerstörung der CDU“ des YouTubers Rezo bekommen. Das als populistische Privatmeinung abzutun, vertiefe nur die Spaltung zwischen Jugend und Politik, kommentiert Ann-Kathrin Büüsker.

( Youtube | Videostills

( Youtube | Videostills „Die Zerstörung der CDU“ | Channel Rezo ja lol ey)
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Die CDU lernt in diesen Tagen viel über moderne politische Kommunikation. Denn offensichtlich hat die Partei dort ein eklatantes Defizit. Leuten im Internet zuhören? Da könnte ja jeder kommen. Ja. Genau. Das hat Internet so an sich. Da kommt jeder. Soziale Medien haben den Diskursraum erweitert. Heute sind es nicht journalistische Gate-KeeperInnen oder Politiker, die die Agenda vorgeben. Jeder und jede kann am Diskurs teilnehmen, zu einer relevanten Stimme mit Reichweite werden. Genau das hat Rezo getan. Eine informierte, wenn auch durchaus polemische Wortmeldung. Aber eben das, was in einer demokratischen Gesellschaft passiert: Ein Bürger, der sich äußert.

Nachhilfe in moderner politischer Kommunikation

Das ist Alltag: Auf Youtube, Facebook, Twitter, Instagram, Tiktok – auf allen möglichen Plattformen. Alle können senden. Und dennoch scheint die CDU davon vollkommen überrascht zu sein. Und unfähig oder unwillig zuzuhören. Einer digitalisierten Gesellschaft, die sich nicht länger berieseln lässt, sondern Dinge hinterfragt. Die „Fridays-for-future“- Demonstrationen sind Ausdruck dessen, bringen diese Entwicklung auf die Straße. Doch die Weiterlesen Reaktion auf Rezo-Video Die Selbstzerstörung der CDU

Faktencheck des Teils >Die Klimakrise< der offenen Antwort der CDU an REZO

Faktencheck des Teils „Die Klimakrise“ der offenen Antwort der CDU an REZO vom 23.05.2019 [CDU19][REZ19]

Prof. Dr. Volker Quaschning
Hochschule für Technik und Wirtschaft HTW Berlin
23. Mai 2019

Die KlimakriseDie Klimakrise

Die CDU schreibt: „Rezo hat Recht: Die AfD ist die einzige Partei in Deutschland, die den menschengemachten Klimawandel leugnet. Die CDU hat das Problem Klimawandel hingegen schon sehr früh erkannt und große Anstrengungen unternommen, gemeinsam mit anderen Ländern beim Klimaschutz voranzukommen. Denn: Klimawandel ist ein weltweites Problem.“

Faktencheck: Es ist sehr zu begrüßen, dass alle im Bundestag vertretenen Parteien außer der AfD das Problem des Klimawandels anerkennen und auch zum Pariser Klimaschutzabkommen stehen. Eine andere Position stände allerdings auch im krassen Widerspruch zu belegten wissenschaftlichen Erkenntnissen. Dass eine Politik jenseits wissenschaftlicher Fakten möglich ist, zeigen unter anderem die USA. Es ist sehr zu wünschen, dass ein derartiger Politikstil in Deutschland nicht mehrheitsfähig wird.

Die CDU schreibt: „Deutschland muss Weiterlesen Faktencheck des Teils >Die Klimakrise< der offenen Antwort der CDU an REZO