„Der ganz normale Betriebsunfall. Viermal Marx zur globalen Finanzkrise“

Im Dietz Verlag ist eine Kontroverse zur Krisenanalyse erschienen. Es diskutieren Ernst Lohoff, Maria Kader, Ralf Krämer und Günther Sandleben

Sabine Nuss (Hrsg.): Der ganz normale Betriebsunfall. Viermal Marx zur globalen Finanzkrise

144 Seiten, Broschur.
ISBN 978-3-320-02350-8
Karl Dietz Verlag Berlin GmbH 2018

Am 15 . September 2008 meldete die Investmentbank Lehman Brothers Insolvenz an. Sie löste damit eine der schwersten Finanzkrisen des 20. Jahrhunderts aus. Noch immer ist nicht ausgemacht, ob die Krise überwunden ist oder die Wirtschaft stagniert. Die herrschende Ökonomie seinerzeit war ratlos, vermehrt wurde wieder Marx zitiert. Hatte er doch recht gehabt?

Nun ist zwar für Marxisten eine Krise keine Überraschung, sondern Teil des Systems, jedoch wird bis heute über die Ursachen gestritten. Das »Aufblähen« des Finanzmarktsektors, steigende Verschuldung des Staates und der privaten Haushalte, realwirtschaftliche Prozesse, wie zunehmende Ungleichheit und über Jahrzehnte gesunkene Löhne – das sind einige der in der Debatte gehandelten potenziellen Krisenursachen. Der vorliegende Band bringt vier Ansätze miteinander ins Gespräch. Ergeben die vier Ansätze am Ende trotz aller Widersprüche eine kohärente Krisenerklärung? Wie weit kommt man dabei mit Marx und wo befinden wir uns heute, zehn Jahre später?

Es diskutieren: Maria Kader, Ralf Krämer, Günther Sandleben und Ernst Lohoff.

Inhaltsverzeichnis:

I. Einleitung: Stephan Kaufmann: Die Krise 2007 – 2009

II. Vier Standpunkte: Die Krisen des Kapitalismus – Ursachen und Auslöser

  1. Maria Kader: Money for nothing … Kapitalistische Wachstumsversprechen als Illusion
  2. Ralf Krämer: Wie die Finanzblase an der Realwirtschaft platzt. Kapitalistische Produktion und ihre Krisenhaftigkeit
  3. Guenther Sandleben: Wenn die Wirtschaft aus den Fugen springt. Ursachen, Verlauf und Bedeutung
    der großen Krise von 2008
  4. Ernst Lohoff: Der inverse Kapitalismus. Das Zeitalter des fiktiven Kapitals

III. Vier Entgegnungen: Die Realsphäre und die Finanzsphäre – ein schwieriges Verhältnis

VI. Ein Streitgespräch

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Die Bundesregierung und die 5.400 Staatsfeinde der Ukraine

Die mit dem ukrainischen Sicherheitsapparat verbandelte Webseite veröffentlicht Namen und Adressen, darunter auch von deutschen „Staatsfeinden“, das Auswärtige Amt gibt sich hilflos

Was haben ein Ex-Kanzler (Gerhard Schröder), ein Mitglied des Bundestages (Andrej Hunko von der „Linken“) und der Vorsitzende der baden- württembergischen West-Ost-Gesellschaft (Jörg Tauss, Ex-MdB) gemeinsam? Üblicherweise wenig. Allesamt sind sie aber mit über 5.400 anderen Personen, Journalistinnen, Journalisten, Politikern und oppositionellen Ukrainern auf einer Liste von „Staatsfeinden“ des politisch instabilen Nachbarn im Osten geführt (Andrej Hunko: Skandal ohne Konsequenzen seitens der Bundesregierung). Neben der offiziellen Bezeichnung „Mirotworez“ kursieren mit „Fegefeuer“, „Friedensstifter“ noch andere Begriffe zu dieser „exklusiven“ Datensammlung, in der die „Feinde“ des nach Landeskennern wohl korruptesten Staates in Europa aufgeführt sind (Gerhard Schröder wird als Feind der Ukraine gelistet).

Der Hauptvorwurf lautet in der Regel: „Propaganda“ für Russland und „Kollaboration mit separatistischen Kräften, Mördern und Kriegsverbrechern im Donbass“, also den zu Russland gelegenen aufständischen Regionen. Zumindest rein rhetorisch stellen die Veröffentlichungen selbst nach Auffassung unseres sonst so zurückhaltenden deutschen Bundespräsidialamts „einen Verstoß gegen internationale Standards des Datenschutzes“ dar. Wenn es denn allein „nur“ ein „Datenschutzverstoß“ wäre.

„Peacemaker“, so lautet eine weitere englische Umschreibung für die Liste, ist die landläufige Bezeichnung für einen gar nicht so friedlichen und häufig gebrauchten Colt in den USA. Nun könnte man die entsprechend benannte paranoide Auflistung belächeln, hätte sie nicht für viele Personen bereits bedrohliche Ausmaße angenommen. In zwei Fällen ukrainischer Regierungskritiker, Oles Busyna und Oleh Kalaschnikow, sogar tödliche. Kallaschnikow wurde vor seiner Wohnungstür erschossen, Busnya aus einem fahrenden Auto heraus. Die Mörder sind auf freiem Fuß (Ukraine: Der Kampf gegen Journalisten geht weiter).

Selbst die UNO, die in Sachen Ukraine sonst Weiterlesen Die Bundesregierung und die 5.400 Staatsfeinde der Ukraine

AFD geht gegen EmaFrie vor: Wir bitten um Unterstützung

Liebe Freund*innen, Leser*innen, Hörer*innen und Interessierte,

ein Mitarbeiter von AfD-Abgeordneten im Landtag von Baden-Württemberg hat ein rechtskräftiges Urteil erwirkt, demzufolge man bestimmte Dinge nicht über ihn behaupten darf. Mit Verweis auf dieses Urteil wurden wir von seinem Anwalt bei Androhung “einer Strafanzeige wegen übler Nachrede” abgemahnt und zur Abgabe einer “Strafbewehrten Unterlassungs- und Verpflichtungserklärung” aufgefordert. Um sowohl eine Strafanzeige als auch eine Vertragsstrafe in exorbitanter Höhe zu umgehen, haben wir uns nach eingehender Rechtsberatung dazu entschlossen, diese Erklärung abzugeben und die entsprechende Passage im Text “Die AfD – Eine Alternative für AntisemitInnen” (http://emafrie.de/die-afd-eine-alternative-fuer-antisemiti…/) zu entfernen. Hängengeblieben sind an uns allerdings ca. 730 € Rechtsverfolgungskosten, die wir dem Anwaltsbüro überweisen mussten.
Das hat ein großes Loch in unsere Kasse gerissen. Die weitere Durchführung von Veranstaltungen, die wir geplant haben, ist dadurch gefährdet. Wir arbeiten vollständig ehrenamtlich und sind auf Spenden angewiesen.
Wir bitten deshalb unsere Freund*innen, Leser*innen, Hörer*innen und Interessierten um eine Spende.