Zur Geschichte und Entwicklung der Wertkritik

Neu auf www.krisis.org

Soeben erschienen ist ein ausführliches Interview mit Ernst Lohoff und Norbert Trenkle zur Geschichte und Entwicklung der Wertkritik. Darin beschreiben diese die wichtigsten Stationen im Prozess der Theoriebildung und die Schwerpunkte der Kritik der letzten dreißig Jahre. Sie erläutern zentrale wertkritische Begriffe und Kategorien und zeigen, wie diese seit den 1980er und 1990er Jahren weiterentwickelt worden sind, um die Analyse zu schärfen.

Die beiden Krisis-Autoren verweisen dabei nicht nur auf die Präzisierung und Neujustierung der Krisen- und Geldtheorie im Anschluss an das Buch Die große Entwertung, sondern auch auf die Subjektkritik und die Untersuchungen zu den subjektiven Verarbeitungsformen der Krise (Rassismus, Islamismus, Antisemitismus, „Kampf der Kulturen“ etc.) sowie zur dramatisch verschärften Verfallsdynamik der Politik. Das Interview enthält eine umfangreiche Bibliographie, die es ermöglicht, die angesprochenen Aspekte und Themen weiter zu verfolgen und zu vertiefen.

Das Interview führten Marcos Barreira und Javier Blank (Rio de Janeiro) durch. Deshalb erscheint es zeitgleich auf portugieisich und auf deutsch:

Ernst Lohoff, Norbert Trenkle, „Es bedarf einer neuen Perspektive gesellschaftlicher Emanzipation“

Ernst Lohoff, Norbert Trenkle, „É preciso uma nova perspectiva de emancipação social“

Werbeanzeigen

LIVESTREAM: Welche Linke wollen wir? Eribon, Flassbeck, Kipping u.a. 25.11.

https://www.rosalux.de/veranstaltung/es_detail/9IAMA/welche-linke-wollen-wir/

TAGUNG/KONFERENZWelche Linke wollen wir?

Mit: Sergio Coronado, Heiner Flassbeck, Katja Kipping, Naika Foroutan, Berenice Böhlo, Klaus Vogel, Didier Eribon, Kevin Kühnert, Klaus Lederer

Information

VERANSTALTUNGSORT

Schaubühne am Lehniner Platz
Kurfürstendamm 153
10709 Berlin

ZEIT

25.11.2018, 12:00 – 18:30 Uhr

THEMENBEREICHE

Soziale Bewegungen / Organisierung, Demokratischer Sozialismus, Parteien / Wahlanalysen

Zugeordnete Dateien

https://www.youtube-nocookie.com/embed/cFYFZBPz378

Die Veranstaltung ist bereits komplett ausgebucht, kann aber über die Website der Schaubühne, sowie der Rosa-Luxemburg-Stiftung im Livestream auf Deutsch, Englisch und Französischverfolgt werden.

In ganz Europa muss Weiterlesen LIVESTREAM: Welche Linke wollen wir? Eribon, Flassbeck, Kipping u.a. 25.11.

Eurozonen-Budget „Eine Lehre aus bisherigen Fehlentwicklungen“

Nach Ansicht des Wirtschaftswissenschaftlers Rudolf Hickel würde ein Eurozonen-Budget die Wirtschaftskraft in den Ländern der EU nachhaltig stärken. Dadurch richte die EU zum ersten Mal in der Geschichte der Staatengemeinschaft das Augenmerk auf den Aufbau einer stabilen Wirtschaft, sagte er im Dlf.

Rudolf Hickel im Gespräch mit Dirk Müller 

Hören Sie unsere Beiträge in der Dlf Audiothek

Der Bremer Wirtschaftswissenschaftler Rudolf Hickel. (Imago / Ulli Winkler)

Der Bremer Wirtschaftswissenschaftler Rudolf Hickel. (Imago / Ulli Winkler)

Mehr zum Thema

Europapolitiker Caspary (CDU) „So funktioniert Europa nicht!“

Deutsch-französischer Vorschlag EU-Finanzminister beraten über Eurozonen-Budget

Dirk Müller: Ein eigenes Budget für die Eurozone? Seit langem wird das äußerst kontrovers diskutiert. Muss das ganze System reformiert werden, um den Euro sicherer zu machen, um ihn stabiler zu machen, weniger anfällig zu machen, wenn die nächste Finanzkrise kommt? Emmanuel Macron will ein eigenes milliardenschweres Budget für den Euroraum, also mehr Geld, um dann agieren zu können. Doch nicht alle sind von diesem Vorschlag begeistert.

Milliarden für die Eurozone, damit die Währungsunion stabiler wird, damit sie sicherer wird, falls wieder eine Finanzkrise kommt, oder falls Italien sich völlig übernimmt und keine Kredite mehr bezahlen und aufnehmen kann. Unser Thema nun mit dem Bremer Wirtschafts- und Finanzwissenschaftler Professor Rudolf Hickel. Guten Tag!

Rudolf Hickel: Guten Tag, Herr Müller.

„Wir wollen in Richtung eines Eurobudgets“

Müller: Herr Hickel, wackelt die Eurozone immer noch?

Hickel: Nein! Wir haben eine wichtige Lehre gezogen. Ich finde, das Eurozonen-Budget ist eine Lehre aus bisherigen Fehlentwicklungen. Übrigens erinnere ich: Historisch, als der Euro geschaffen worden ist, die sogenannten Konvergenzkriterien 1992, als der Maastrichter Vertrag unterschrieben worden war, hatten wir damals, auch ich immer schon kritisiert, dass es wirtschaftliche Konvergenzkriterien Weiterlesen Eurozonen-Budget „Eine Lehre aus bisherigen Fehlentwicklungen“

Die Reichen sind gar nicht reich

»Die Reichen sind gar nicht reich.« Wie bitte? Mythen und Fakten zur Ungleichheit in Deutschland, Teil II

Sind die »Armen« in Deutschland gar nicht arm? Ist Ungleichheit »leistungsgerecht«? Fehlt es Deutschland bloß an Chancengleichheit? Dass Einkommen und Vermögen hierzulande krass ungleich verteilt sind, ist allgemein bekannt. Aber wie läuft die Debatte? Wir haben uns einige der gängigen Rechtfertigungen für die bestehende Ungleichheit und Lösungsargumente angesehen. Eine »Oxi«-Serie.


»Aber wirklich reich bin ich auf keinen Fall. Reich ist man dann, wenn man irgendwo ein Privatflugzeug rumstehen hat.« (Ein Vermögensberater, der nach eigenen Angaben monatlich rund 10.000 Euro verdient.)

Was wird gesagt?

Mit Statistik wird Stimmung gegen »die Reichen« gemacht. So behaupten Forscher_innen der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung, jemand sei reich, wenn er doppelt so viel Geld zur Verfügung hat als jemand mit einem mittleren Einkommen. Wer Einkünfte von rund 3.000 Euro im Monat hat, kann sich demnach in Deutschland schon zu den »Reichen« zählen. Mit einem Nettogehalt von 3.000 Euro soll man schon reich sein? Das ist »ein schlechter Witz«, findet der Vermögensforscher Thomas Druyen. Das Kalkül hinter dieser Definition ist klar: Je breiter man die Oberschicht definiert, desto mehr ist über Steuern von ihr zu holen, erläutern die Autor_innen der »Welt«.

Was ist dran?

Reich ist das Gegenteil von arm. Deswegen ist es logisch, dass in der Verteilungsforschung Menschen mit sehr niedrigen Einkommen als arm bezeichnet werden und Menschen mit sehr hohen Einkünften als reich oder einkommensreich.

Welche Grenze man dabei zugrunde legt, ist zu einem gewissen Grad willkürlich: Die Bundesregierung verwendet in ihrem Armuts- und Reichtumsbericht zwei Definitionen: Weiterlesen Die Reichen sind gar nicht reich