Imperialistischer Krieg und 9. November

Revolutionäre Soldaten und Arbeiter am 9. November 1918 vor dem Brandenburger Tor in Berlin

Foto: jw Archiv

Dem Ersten Weltkrieg gingen fast 20 Jahre »kleiner« Kriege der europäischen Großmächte, Japans und der USA voraus. Sie galten vor allem der Neuaufteilung von Kolonien und Einflusssphären. Der spätere Reichskanzler Bernhard von Bülow fasste das für das Deutsche Reich 1897 in die Formel: »Wir verlangen auch einen Platz an der Sonne.« Ein Jahr später eröffneten die USA den ersten klassisch imperialistischen Krieg gegen Spanien, um sich Kuba, Puerto Rico, Guam und die Philippinen zu sichern. Hawaii wurde per Kongressbeschluss nebenbei annektiert. Vorausgegangen war dem Feldzug ein Anschlag von der Sorte 11. September, die Explosion auf dem Kriegsschiff »Maine« in der Bucht von Havanna, und eine hochgepeitschte chauvinistische Massenbewegung in den USA. Diese Feldzüge machten die »Überlegenheit der weißen Rasse« und Abschlachten im Namen von Vaterland, Christentum und Zivilisation zum Bestandteil »moderner« Kriegführung, zur Gewohnheit. 

Es schien Zufall, dass Eduard Bernstein zu Beginn dieser Ära erklärte, Marx habe sich geirrt, der Kapitalismus entwickle sich friedlich und könne nur reformiert, nicht abgeschafft werden. Tatsächlich formulierte er einen weiteren Grundsatz imperialistischer Ideologie: Die Unterscheidung von politisch links und rechts sei überholt. Das hieß: Auch der von herrschender und beherrschter Klasse, von unterdrückender und unterdrückter Klasse. Der Weg zur »Vaterlandsverteidigung«, die 1914 vom Kaiser und der SPD-Führung verkündet wurde, war beschritten. 

Vier Jahre dauerte das Völkermorden, etwa 17 Millionen Menschen kamen ums Weiterlesen Imperialistischer Krieg und 9. November

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