Kinder und Jugendliche oft Opfer rechter Gewalt

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/deutschland-kinder-und-jugendliche-oft-opfer-rechter-gewalt-a-1229367-amp.html

Panorama

Kriminalität

Mehr als 170 Minderjährige wurden nach SPIEGEL-Informationen im vergangenen Jahr Opfer rechtsextremer Gewalt. „Erschütternd und alarmierend“ nennt die grüne Bundestagsabgeordnete Lazar die Zahlen.

Samstag, 22.09.2018 08:08 Uhr

Zu den Opfern rechtsextremer Gewalt zählten in den vergangenen Jahren viele Kinder und Jugendliche. In 2017 registrierte der Kriminalpolizeiliche Meldedienst zu politisch motivierter Kriminalität 34 Kinder bis zu 13 Jahren sowie 141 Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren als Opfer von rechten Gewalttätern, wie aus der Antwort des Innenministeriums auf eine Schriftliche Frage der grünen Bundestagsabgeordneten Monika Lazar hervorgeht.

2016 wurden 71 Kinder und 201 Jugendliche als Opfer registriert. In den Jahren davor waren diese Zahlen deutlich geringer; es ist allerdings von einer erheblichen Dunkelziffer auszugehen.

Bei linksextremen Gewalttaten waren 2017 dagegen nur ein Kind und elf Jugendliche Opfer; bei Taten, die einer ausländischen oder einer religiösen Ideologie zugeschrieben wurden, fünf Kinder und neun Jugendliche.

Die Grünen-Politikerin Lazar nennt die Zahlen „erschütternd und alarmierend“. Rechte Ideologie sei „nicht nur eine Gefahr für unsere Demokratie, sondern sie mündet mit erschreckender Regelmäßigkeit in körperliche Gefahr für Menschen und macht selbst vor extrem vulnerablen Gruppen wie kleinen Kindern nicht halt“.

kno

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Rosa Luxemburg aus der Haft zur Lage der russischen Revolution

https://www.jungewelt.de/m/artikel/340361.l%C3%B6sung-aufstand-in-deutschland.html

Im September 1918 äußerte sich Rosa Luxemburg aus der Haft zur Lage der russischen Revolution

»Die Rettung der Ehre der russischen Revolution ist in dieser Schicksalsstunde identisch mit der Ehrenrettung des deutschen Proletariats und des internationalen Sozialismus«: Spartakisten in den Straßen Berlins

Foto: Gemeinfrei

Rosa Luxemburg: Die russische Tragödie. Zuerst anonym erschienen in: Spartacus Nr. 11 vom September 1918. Hier zitiert nach: Spartakusbriefe. Dietz-Verlag, Berlin 1958, Seiten 453–460

Seit dem Brest-Litowsker Frieden (am 3. März 1918 schlossen die sogenannten Mittelmächte – Deutschland, Österreich, das Osmanische Reich und Bulgarien – in Brest-Litowsk einen »Friedensvertrag« mit Sowjetrussland. Dieser Raubfrieden sah große territoriale Verluste für Russland vor; jW) ist die russische Revolution in eine sehr schiefe Lage geraten. Die Politik, von der sich die Bolschewiki dabei haben leiten lassen, liegt auf der Hand: Friede um jeden Preis, um eine Atempause zu gewinnen, inzwischen die proletarische Diktatur in Russland auszubauen und zu befestigen, soviel wie irgend möglich an Reformen im Sinne des Sozialismus zu verwirklichen und so den Ausbruch der internationalen proletarischen Revolution abzuwarten, sie zugleich durch das Beispiel Russlands zu beschleunigen. Da die absolute Kriegsmüdigkeit der russischen Volksmassen und zugleich die militärische Desorganisation, die vom Zarismus hinterlassen war, die Fortsetzung des Krieges sowieso zu einem aussichtslosen Verbluten Russlands zu machen schienen, so war ohnehin kein anderer Ausweg als schleuniger Abschluss des Friedens möglich. Dies war die Rechnung von Lenin und Genossen. (…)

Worüber sie sich leider täuschten, war die Hoffnung, um den Preis dieser Kapitulation eine wirkliche Atempause zu erkaufen, durch einen Separatfrieden sich aus dem Höllenbrand des Weltkrieges wirklich retten zu können. Sie zogen die Tatsache nicht in Betracht, dass die Kapitulation Russlands in Brest-Litowsk eine enorme Stärkung der imperialistisch-alldeutschen Politik, damit gerade die Schwächung der Chancen einer revolutionären Erhebung in Deutschland bedeuten und nicht den Abschluss des Krieges mit Deutschland herbeiführen würde, sondern bloß den Anfang eines neuen Kapitels dieses Krieges. (…)

Die Bolschewiki haben sicher verschiedene Fehler in ihrer Politik Weiterlesen Rosa Luxemburg aus der Haft zur Lage der russischen Revolution

Lernt endlich, wie man mit Rechtspopulisten umgeht!

http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/afd-im-bundestag-lernt-endlich-wie-man-mit-rechtspopulisten-umgeht-a-1229379-amp.html?__twitter_impression=true

Ferda Ataman

Kultur

AfD im Bundestag

Vor einem Jahr wurde die AfD in den Bundestag gewählt. Was für eine Aufregung! Doch dann haben alle Parteien einfach weitergemacht wie bisher. Wie soll man das verstehen?

Eine Kolumne von

AFP

AfD-Mitglieder im Bundestag

Samstag, 22.09.2018 16:08 Uhr

Die Nacht der Bundestagswahl 2017 werde ich nie vergessen. Ich saß auf dem Sofa und sah im Fernsehen, wie ein rechtsradikaler Greis wieder und wieder drohte: „Wir werden uns unser Land und unser Volk zurückholen!“ Das war so heftig, dass ich fast kotzen musste. Stattdessen schrieb ich einen empörten Kommentar darüber. Das ist jetzt genau ein Jahr her. Seitdem wurde es schlimmer und schlimmer.

Würde ich heute noch einen Würgereiz bekommen von Alexander Gaulands siegberauschter Rede in der Wahlnacht? Wohl kaum. Der Anführer der deutschen Rechtspopulisten hat so viele krasse Sachen gesagt, dass ich emotional abgestumpft bin. Was ist schon „unser Volk zurückholen“ verglichen mit dem Vogelschiss-Zitat, wonach Hitler und die Nazis irrelevant sind?

Jedes Mal, wenn so etwas kam, dachte ich: Das war’s! Das ging zu weit. Jetzt muss allen klar sein, dass die Vollstrecker des fantasierten Volkswillens politisch inakzeptabel sind. Der Chef der AfD hat den Holocaust verharmlost. Das darf man in Deutschland nicht. Eigentlich. Aber Gauland ist noch da. Es hatte keine Konsequenzen. Wie soll man das verstehen?

Warum fordert niemand, mehr „mit Islamisten reden“?

Ich verstehe auch nicht, wieso immer noch Leute fordern, man müsse mit Rechten reden und dürfe die arme AfD nicht politisch ausschließen. Für meinen Geschmack reden wir viel zu viel mit ihnen und ständig über sie. Wo bitte ist die Isolation? Ich kann nicht sagen, wie oft ich Gaulands Tweedsakko in der Tagesschau gesehen habe – aber gefühlt jede Woche. Der Einzige, der in Deutschland offen erklärt hat, Naziverharmloser-Gauland nicht mehr einzuladen, ist TV-Moderator Frank Plasberg.

Komisch eigentlich: Weiterlesen Lernt endlich, wie man mit Rechtspopulisten umgeht!

Kapitalismus aufheben

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Commonismus klingt nicht nur wie Kommunismus

14.09.2018

/ Kultur

Commonismus klingt nicht nur wie Kommunismus

Simon Sutterlütti und Stefan Meretz stellen ihre Utopie der Aufhebung des Kapitalismus und einer »Freien Gesellschaft« vor

Von Christian Schorsch

Dieses Buch richtet sich an all jene, die das Träumen nicht verlernt haben und auch das Mantra der Alternativlosigkeit zum Gegenwärtigen nicht akzeptieren wollen. Der Soziologe Simon Sutterlütti und der Informatiker Stefan Meretz, beide aktiv im Commons-Institut (letzter dessen Mitbegründer), sind der Meinung, dass gesellschaftliche Utopien im öffentlichen Raum kaum mehr stattfinden. Sie wollen zur Belebung einer Debatte über gesellschaftlich transformierende Ideen anregen.

Die Autoren definieren als Ziel ihrer Utopie eine »Freie Gesellschaft«, die sich einerseits von jedweder Herrschaft und andererseits von systemischen Sachzwängen befreit hat. Im Kapitalismus handeln die Menschen erzwungenermaßen profitorientiert und damit zunehmend auch an ihren eigentlichen Bedürfnissen vorbei, was sich letztlich in verschiedenartigen Krisen und Entwicklungswidersprüchen ausdrückt. »Es ist wichtig, die gesellschaftliche Vermittlung im Kapitalismus zu verstehen«, betonen die Autoren. »Die Qualität des Kapitalismus ist die ›unbewusste Gesellschaftlichkeit‹. Sie entsteht, wenn zwei Dynamiken zusammenkommen: Die gesellschaftliche Vermittlung stellt sich «hinter dem Rücken» der Menschen her (Selbständigkeit) und dreht das Verhältnis von subjektiv gewollter Bedürfnisbefriedigung (sozialer Prozess) und objektiv erzwungener Verwertung (sachlicher Prozess) um. Das Moment der Selbständigkeit, das jeder Gesellschaft zugrunde liegt, wird im Kapitalismus zur Verselbstständigung von Sachzwängen gegenüber den Bedürfnissen der Menschen. Wir Weiterlesen Kapitalismus aufheben