Zumachen, quetschen, aufstechen

https://www.jungewelt.de/artikel/311786.zumachen-quetschen-aufstechen.html
Es war Polizeitaktik: Vor 50 Jahren wurde der Student Benno Ohnesorg erschossen

Aus: Ausgabe vom 02.06.2017, Seite 10 / Feuilleton
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Schon am Vormittag des 2.Juni 1967 werden die Schah-Gegnervon iranischem Geheimdienst und westberliner Polizei vor dem Schöneberger Rathaus zusammengeschlagen
Foto: dpa
Als der Schah von Persien 1967 Westdeutschland und Westberlin besuchte, urteilte die linke Publizistin Ulrike Meinhof, wusste die studentische Linke noch wenig über den Iran – und wenig »über unser eigenes Land«. Der studentische Protest war niedergeknüppelt worden. Für Meinhof war damit klargeworden, »dass man offensichtlich keinen Polizeistaatschef empfangen kann, ohne mit dem Polizeistaat selbst zu sympathisieren«.
Tatsächlich hatte der Westberliner Polizeipräsident Erich Duensing seinen Untergebenen empfohlen, eine »Leberwursttaktik« gegen die Demonstranten anzuwenden: zumachen, quetschen, aufstechen, Panik erzeugen. Und dann Weiterlesen Zumachen, quetschen, aufstechen

Je gebildeter desto umweltschädlicher

https://oxiblog.de/je-gebildeter-desto-umweltschaedlicher/
Über neue Lebensstile, Vorbilder, Öko-HeuchlerInnen und die große Rolle der Avantgardisten. Ein Gespräch mit dem Wachstumskritiker Niko Paech.
Sie sagen, mit Verboten und Geboten sei die Postwachstumsökonomie, seien die notwendigen Änderungen in Leben, Konsum, Produktion und Arbeit nicht durchzusetzen. Dann bleibt ja nur noch das gemeinsame Aushandeln im demokratischen öffentlichen Diskurs. Oder wie soll dieses andere Verhalten erreicht werden?
Niko Paech: Der Übergang geht von einer Postwachstums-Avantgarde aus. Glaubwürdige Vorbilder, die durch vorgelebte Beispiele andere inspirieren, sind der einzige realistische Schüssel. Und die gibt es ja schon.
Wer ist das?
Das sind Menschen, die bereits heute beispielhaft und ohne Zwang innerhalb ökologischer Grenzen leben und so vorwegnehmen, was zukünftig auch für den Rest der Gesellschaft nötig werden wird, wenn Krisen eintreten, die eine Fortsetzung unser Wohlstandsparty unmöglich machen. Diese Menschen – ich nenne sie im guten Sinne Störenfriede – sind Künstler, Postwachstums-Avantgardisten, Suffizienz-Pioniere, Degrowth-Aktivisten, Flugreisenverweigerer, Selbstversorger, Minimalisten, es gibt zahllose Szenen. Sie führen ihren Zeitgenossen glaubwürdig vor, dass maßvolle Existenzformen nicht wehtun, sondern sogar Lebensfreude verheißen können. Damit Menschen bereit sind, neue Daseinsformen zu erproben, benötigen sie Orientierung und Bestärkung durch andere, die dasselbe praktizieren. So entstehen Subkulturen, die die ruinösen Hedonismus untergraben und ihn mit einer Alternative konfrontieren.
Bei genauem Hinsehen entpuppen sich viele vermeintlich nachhaltige Handlungen als symbolische Kompensationen.
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Wie groß ist diese Avantgarde? Sind das Nischen oder viele Millionen?
Was die Quantität anbetrifft: Da muss ich passen. Aber Weiterlesen Je gebildeter desto umweltschädlicher

Vor jedem Ja steht ein Nein

https://www.neues-deutschland.de/artikel/1050164.vor-jedem-ja-steht-ein-nein.html?sstr=oxi
Auf der Suche nach Alternativen zum Kapitalismus: Anne Schindler über das erste Jahr der linken Wirtschaftszeitung »OXI«
Das Oxi-Magazin feiert seinen er…
Das Oxi-Magazin feiert seinen ersten Geburtstag.


Foto: nd
Erinnern Sie sich? Im Sommer 2015 stimmten die GriechInnen nicht nur über die von der »Troika« verlangten »Reformen« ab. Beim OXI-Referendum ging es um mehr – um ein »Nein« zu einer ganz bestimmten Art des Wirtschaftens, zu einer auf Austerität zielenden neoliberalen Politik der Europäischen Union. Die GriechInnen stimmten gegen weitere Kürzungen, gegen den weiteren Abbau ihres Sozialstaats. Sie votierten zugleich für eine Alternative – die zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht klar formuliert war.
Auch die Redaktion der Monatszeitung »OXI«, die an jedem ersten Samstag im Monat kostenlos dem »nd« beiliegt, treibt das Nein zu einer neoliberalen Wirtschaftspolitik an, die Krisen hervorbringt, Ungleichheit fördert und einen immer größeren Teil der Menschen in prekäre Beschäftigung oder ganz aus dem Arbeitsleben drängt.
Ob zum G20-Gipfel oder vor einer Landtagswahl, ob in theoretischen Debatten der pluralen Linken oder Weiterlesen Vor jedem Ja steht ein Nein