RE: Das Kapital (5/6) Sahra Wagenknecht über das Ende des Kapitalismus

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Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht beleuchtet die historische Tendenz des Kapitalismus. Für die bekennende Marxistin ist spätestens heute die Zeit gekommen, sich vom Kapitalismus abzuwenden. Für den fünften Teil der Sendereihe hat sie sich erneut über das Monumentalwerk „Das Kapital“ gebeugt.

Von Sahra Wagenknecht
Sahra Wagenknecht vor rotem Hintergrund. (imago/Metodi Popow)

Sahra Wagenknecht entdeckte die Lehre des Ökonomen Karl Marx im Alter von 18 Jahren für sich (imago/Metodi Popow)

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Vor 150 Jahren erschien eines der Hauptwerke von dem deutschen Philosophen, Ökonom und Gesellschaftstheoretiker Karl Marx – „Das Kapital“. Globalisierung, Automation, Finanzcrash, Klima, Armutsrevolten, Wachstumsschwäche – die multiple Krise der Weltwirtschaft, die wir durchleben, nimmt kein Ende. Warnungen über die explosiv wachsende Ungleichheit und Mutmaßungen über das 
Ende des Kapitalismus werden schon längst nicht mehr nur von stehengebliebenen Sozialisten, sondern unter den Eliten der Weltwirtschaftsgipfel diskutiert.
Grund genug, „Das Kapital“ noch einmal gründlich zu lesen. Sechs Autoren – Soziologen, Publizisten, Politiker, Philosophen – haben das für den Deutschlandfunk getan. Ausgehend von jeweils einem Kapitel des Werkes ziehen sie in „Essay und Diskurs“ Linien in die Gegenwart und denken über Aktualität und Grenzen der Marx’schen Theorie nach – nicht marxologisch, nicht akademisch, sondern um ihre Brauchbarkeit zu untersuchen, und das durchaus subjektiv, essayistisch und mit Gegenwartsbeobachtungen durchsetzt. Ihren Blick richten sie auf die politischen Möglichkeiten der Gegenwart, denn darauf, so Marx, kommt es an: Die Welt nicht nur zu interpretieren, sondern sie zu verändern. Mathias Greffrath hat die Sendereihe zusammengestellt.
Sahra Wagenknecht schreibt über die historische Tendenz und das Ende des Kapitalismus. Sie ist Volkswirtin, Publizistin und Politikerin. Im Frühjahr 2017 folgen zwei weitere Essays in der Sendereihe, die auch als Buch im Verlag Antje Kunstmann erscheint.
Teil 6 am 18.12.2016
Das komplette Manuskript zum Nachlesen:
Anmoderation von Mathias Greffrath
Karl Marx ist ein Denker des 19. Jahrhunderts. Und das in vielerlei Hinsicht: Als Geschichtsphilosoph radikalisiert er den Gedanken Hegels, dass die Menschheit sich durch Arbeit und den Kampf um Anerkennung höher entwickelt. Als Publizist beschreibt er den Aufstieg des Industriekapitalismus und das damit einhergehende Elend. Als kommunistischer Intellektueller kritisiert er die bloß moralische Empörung der utopischen Sozialisten und setzt auf einen langwährenden Bildungsprozess, in dem die ungeheure Mehrheit – das Proletariat – den Wohlstand der Gesellschaft in Gemeinbesitz überführt. Und als Ökonom beschreibt er im „Kapital“ den Kapitalismus als eine Produktionsweise, die mit Notwendigkeit Ungleichheit, Gewalt, Naturzerstörung und Elend hervorruft.
Mit der Lehre, dass Wertschöpfung nur auf Arbeit beruht, stand Marx durchaus in der Tradition der großen bürgerlichen Theoretiker Smith und Ricardo. Wegen der Zuspitzung der Arbeitswertlehre zu einer Kritik der Ausbeutung, wegen seiner Annahme einer prinzipiellen Krisenhaftigkeit des „Kapitalismus“ wurde seine Theorie von der universitären Volkswirtschaftslehre weniger widerlegt als verschwiegen. Jahrzehntelang fiel das seinen theoretischen Gegnern leicht, weil die Wirklichkeit gegen Marx sprach: Die Produktivität des Kapitalismus übertraf alles, was Marx ihr schon zugetraut hatte; das Elend – jedenfalls in den kapitalistischen Ländern – blieb aus; die sozialistische Revolution in Russland war ein mörderisches und ökonomisches Desaster.
Lange Zeit war es eine leichte rhetorische Übung, Marx mit dem Zitieren von drei Weiterlesen RE: Das Kapital (5/6) Sahra Wagenknecht über das Ende des Kapitalismus

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Der Schamberger-Report II

http://www.rosalux.de/
Wöchentliche Zusammenfassung alternativer Kurznachrichten aus der Türkei (5.12. bis 11.12.2016)
Der linke Journalist und von Berufsverbot bedrohte Kommunikationswissenschaftler Kerem Schamberger erzielt mit regelmäßigen Kurznachrichten über die Situation in der Türkei eine große Reichweite für alternative Informationen aus einem Land, in dem die Pressefreiheit immer stärker eingeschränkt wird. Aufgrund seiner kritischen Berichterstattung auf Facebook ist er ständig mit einer Sperrung seines Profils bedroht. Die letzte Sperrung wurde von Facebook vorzeitig ohne Begründung aufgehoben. Wir führen das auf das öffentliche Interesse und die Solidarität der Community zurück.

In der nächsten Zeit werden wir auf unserer Themenseite immer Mittwochs eine Zusammenstellung alternativer Kurznachrichten aus der Türkei von Kerem Schamberger veröffentlichen.
Hier präsentieren wir seinen Überblick aus der Woche vom 5. Dezember bis 11. Dezember 2016. 
44 Tote bei Istanbul-Anschlägen – HDP verurteilt sie aufs Schärfste
Die Zahl der Toten bei den Doppelanschlägen der Freiheitsfalken Kurdistans TAK am 10.12. 16 in Istanbul/Beşiktaş auf eine Polizeieinheit liegt laut Gesundheitsminister Akdag bei 44 Toten, darunter 36 Polizisten und 8 Zivilisten. Die HDP verurteilte die Anschläge sofort: «Wir verurteilen die Anschläge aufs Schärfste. Wir sind sehr traurig und teilen die derzeit erlebten Schmerzen. (…) Die Politik, Sprache und das Verhalten, die zu weiterer Eskalation, Polarisierung, Feindschaft und Kämpfen führen, müssen sofort beendet werden.» Auch Selahattin Demirtaş hat die Anschläge aus dem Gefängnis heraus verurteilt und ruft dazu auf weiterhin an der Suche nach Frieden festzuhalten, egal wie schlimm die Bedingungen sind.
Auch wenn die Weiterlesen Der Schamberger-Report II