Skandalöse Deals: Wie EU-Freihandel Menschen zur Flucht drängt

Skandalöse Deals: Wie EU-Freihandel Menschen zur Flucht drängt

Skandalöse Deals: Wie EU-Freihandel Menschen zur Flucht drängt

Lara Dovifat

Absurd: Die EU will Fluchtursachen lösen – und verschärft sie dabei. Mit unfairen Handelsabkommen zerstört EU-Freihandel die Wirtschaft und Lebensbedingungen in Ländern des globalen Südens. Shafagh Laghai, ARD-Korrespondentin aus Nairobi, bringt diesen Irrsinn in ihrem Kommentar auf den Punkt.
Video ansehen und mit Deinen Freundinnen und Freunden teilen:

In allen politischen Lagern ist man sich hierzulande einig: Fluchtursachen müssen bekämpft werden. In der Praxis bedeutet dies jedoch Militarisierung von autoritären Regimen, Zusammenarbeit mit Diktatoren und die erzwungene Öffnung von afrikanischen Märkten für europäische Großkonzerne. Statt auf humanitäre Hilfe setzt die derzeitige Außenpolitik der Union und SPD auf Freihandelsabkommen, deklariert als „Migrationspartnerschaften“.
Jedoch verbessert das aggressive Fluten afrikanischer Märkte mit subventionierten Agrarprodukten sowie die Wegbereitung für hemmungslose Ausbeutung natürlicher Ressourcen weder die Lebensumstände in den Herkunftsregionen noch bekämpft dies die Fluchtursachen.
Der zuständige UN-Wirtschaftsexperte für Ostafrika, Andrew Mold, sieht dadurch die afrikanische Wirtschaft langfristig bedroht:
„Die afrikanischen Länder können mit einer Wirtschaft wie der Deutschen nicht konkurrieren. Das führt dazu, dass durch den Freihandel und die EU-Importe bestehende Industrien gefährdet werden und zukünftige Industrien gar nicht erst entstehen, weil sie dem Wettbewerb mit der EU ausgesetzt sind.“
Abschottung um jeden Preis
Nach dem umstrittenen Türkei-Deal ist auch bekannt: die EU kann sich vorstellen, ein Land wie den Sudan von der „Liste terrorunterstützender Staaten“ zu streichen – als Gegenleistung für eine bessere Zusammenarbeit beim Thema Flüchtlinge. Auch mit anderen Ländern Ostafrikas plant die EU solche Deals. Was heißt das in der Praxis? Die EU lässt viel Geld in autoritär geführte Regime fließen, handelt mit Diktatoren, tritt die Menschenrechte mit Füßen. Nur um Menschen in Not davon abzuhalten, ihr Recht auf Asyl in Europa einfordern können. Ein Hoch auf unsere europäischen Werte.
Vorbild Australien – Goodbye Menschenrechte
Warum Abschottungen, Zäune und unfaire Freihandelsabkommen keine Lösung für Menschen auf der Flucht sein können, zeigt das Beispiel Australien. Die australische Asylpolitik basiert auf einer grausamen Abschreckungspolitik: Schutzsuchende Menschen werden auf offenem Meer abgefangen und dorthin zurück geschickt, woher sie aufgebrochen sind. Oder sie werden auf bitterarme Pazifik-Inseln gebracht. Erst kürzlich wurde bekannt, dass es immer wieder zu schweren Menschenrechtsverletzungen in diesen Internierungslagern kommt. Wir berichteten über die Beteiligung der Deutsche Bank an diesen grausamen Inselcamps.
Es braucht gerechten Handel und Wahrung der Menschenrechte
Höhere Zäune werden Flüchtlinge nicht aufhalten – es braucht stattdessen eine gerechte Verteilung von Ressourcen und faire Teilhabe am Welthandel. Unsere Regierung darf Menschenrechtsverletzungen nicht hinnehmen – und schon gar nicht wirtschaftlich davon profitieren. 
Bitte teile diesen Beitrag mit deinen Freundinnen und Freunden auf Facebook:

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s