Das Übernetz und die Super-SIM

http://www.handelsblatt.com/adv/digitalatscale/5g-und-esim-das-uebernetz-und-die-super-sim/13072794.html
Quelle: Imago
Sie ist ein Zwerg. Gerade einmal einen Millimeter dick. Neben der winzigen eSIM, die sechs mal fünf Millimeter misst und kleiner ist als der Nagel des kleinen Fingers, wirkt eine klassische SIM-Karte geradezu wie ein Riese. Und dieser unscheinbare Zwerg soll den Mobilfunkmarkt revolutionieren? Ja, denn die eSIM ist weit mehr, als eine geschrumpfte Speicherkarte. Das E steht für „embedded“, zu Deutsch: eingebaut. Sie ist fest im Gerät installiert und von außen programmierbar.
Bisher mussten SIM-Karten immer per Hand eingesetzt und getauscht werden, beispielsweise beim Wechsel des Mobilfunkanbieters. Mit der eSIM fällt das künftig weg. Das alleine ist aber nicht der Grund, warum die Minikarte die Branche in Aufruhr versetzt. Ihre Stärke liegt woanders: Die eSIM kann kleinen Geräten wie Fitness-Trackern oder Smartwatches, in denen kein Platz für eine klassische SIM-Karte ist, dabei helfen, sich mit dem Internet zu verbinden. Denn mittlerweile sollen sich immer mehr Geräte zum Datenaustausch mit dem Netz verbinden: Autos, Uhren oder das eigene Tablet. „Die eSIM ist eine Technologie, die die Mobilfunkbranche komplett verändern wird“, sagt Markus Meukel von der Unternehmensberatung McKinsey.
Quelle: dpa

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Ein Newcomer ist der Zwerg nicht, die Technik gibt es schon länger: Die eSIM befindet sich beispielsweise im vernetzten Auto. Hier sorgt sie unter anderem dafür, dass Roaming-Gebühren bei Fahrten zwischen den Ländern vermieden werden. Auch die Nutzung mehrerer Geräte über einen Mobilfunkvertrag wäre mit der eSIM möglich und das umständliche Umstecken beim Wechsel der Karte würde der Vergangenheit angehören. Wer viel reist könnte mittels eSIM einfach im Zielland aus den zur Verfügung stehenden lokalen Anbietern auf dem Gerät auswählen ohne Roaming-Gebühren zu zahlen oder mehrere SIM-Karten mit sich zu führen. Theoretisch stünde dem unbegrenzten Internetzugang von überall aus also nichts mehr im Wege. Im Smartphone ist die eSIM aber noch nicht zu finden. Warum?
Das liegt unter anderem an den Sorgen der Netzbetreiber, die ihre SIM-Karten bisher selbst verteilen konnten. Der Zugang zum Kunden könnte künftig beim Hersteller des Smartphones liegen. Er könnte entscheiden, welchen Mobilfunkprovider er dem Kunden zur Auswahl stellen will oder gar Tarife im eigenen Namen anbieten. So ergeben sich neue Chancen für die Hersteller, die Provider sind jedoch etwas in Sorge: Kleinere Anbieter könnten im schlimmsten Fall vom Markt gedrängt werden. „Dennoch ist die Einführung der eSIM für die Telekommunikationsbranche erst einmal eine positive Nachricht. Denn durch die Möglichkeit, immer mehr Geräte zu vernetzen, werden neue Geschäftsmodelle für die Anbieter entstehen“, sagt Meukel.

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