AWACS und das Küchenmesser

http://www.neues-deutschland.de/m/artikel/1015348.awacs-und-das-kuechenmesser.html
Foto: dpa/Oliver Berg

Die NATO schickt jetzt AWACS gegen den Islamischen Staat (IS) aus. Helfen die fliegenden Gefechtsstände über Irak und Syrien gegen Frauen und Männer, die sich Sprengstoffwesten anziehen, zum Küchenmesser greifen oder mit dem Sturmgewehr Kindergärten, Kirchen und Kinos besuchen? Extrem faule Killer warten einfach vor der Haustür eines französischen Polizisten.
Wer öffentlichkeitswirksam morden will, muss nur heimlich Hass tanken, eine Waffe beschaffen, Opfer auswählen und »Allahu akbar« rufen. Hilfsweise gilt ein Anruf bei der Polizei-Notfallnummer als IS-Betrittserklärung. So kann jeder Amokläufer sicher sein, dass seine Tat – im Erfolgsfall – von der Propaganda des IS in die Welt trompetet wird. Billiger kann der’s nicht haben. Man vergleiche das nur mal mit dem Aufwand, den die Terrortruppe getrieben hat, als sie Mordkommandos nach Paris schleuste.
Für all jene, die nicht über Twitter oder WhatsApp direkt von der IS-Zentrale informiert werden, sind wir Journalisten da. Selbstverständlich vermelden wir die Taten und nennen den angeblichen Urheber. Das ist unser demokratischer Auftrag – und ein Dilemma. Der IS kann zudem mit der Verlegergier nach Auflage und Einschaltquoten rechnen. Und mit der immer maßloseren Forderung von Politikern nach immer mehr Abbau von Bürgerrechten.
So wird die Tat eines »Irren« Baustein einer äußerst erfolgreichen Verunsicherungsstrategie. Oh Gott, mein Nachbar hat heute früh auch so seltsam geschaut …

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