Warum die Reichen immer reich bleiben werden

http://m.welt.de/finanzen/article156001603/Warum-die-Reichen-immer-reich-bleiben-werden.html

Die reichsten Familien sind die gleichen wie vor 600 Jahren. Das haben Wissenschaftler nun für Florenz nachgewiesen. In anderen Ländern ist es ähnlich. Wohlstand vererbt sich stärker als Körpergröße.

Um Florenz kreiste einst die gesamte europäische Wirtschaft. Im 15. Jahrhundert war es das Zentrum des Handels und des Finanzwesens. Mächtige Familien beherrschten die Metropole, stritten und kämpften um Einfluss, häuften Reichtümer an. Heute ist vom einstigen Glanz nur noch das architektonische und kulturelle Erbe übrig, das jedes Jahr Millionen Besucher anzieht. Doch noch etwas hatte Bestand: Die reichsten Familien von Florenz sind heute noch die gleichen wie vor 600 Jahren.
Das jedenfalls ist das Ergebnis einer aktuellen wissenschaftlichen Untersuchung zweier Ökonomen der italienischen Notenbank. Demnach kommen die wohlhabendsten Bürger der Stadt aus denselben Sippen, die Florenz schon im Mittelalter ökonomisch beherrschten. Das scheint erstaunlich, ist es letztlich aber doch nicht. Denn ähnliche Beobachtungen gibt es auch aus anderen Ländern. Und selbst in Deutschland gibt es eine erstaunliche Kontinuität bei den oberen Zehntausend.
Goldene Elite: Die reichsten Familien bestimmen seit 600 Jahren unverändert das Geschäft in Florenz Goldene Elite: Die reichsten Familien bestimmen seit 600 Jahren unverändert das Geschäft in Florenz Foto: dpa

Die einstige Bedeutung und Größe von Florenz bringt es mit sich, dass bereits im 15. Jahrhundert detailliert aufgezeichnet wurde, wer wie viel Steuern bezahlte. Diese Daten wurden jüngst digitalisiert, sodass Guglielmo Barone und Sauro Mocetti sie mit den aktuellen Daten vergleichen konnten. Konkret stellten sie die Liste der Florentiner Steuerzahler von 1427 jener aus dem Jahr 2011 gegenüber.
Topverdiener seit sechs Jahrhunderten
Bei einem Blick auf die Familiennamen, die darin vorkommen, stellen sie nun erstaunt fest: „Die Topverdiener unter den gegenwärtigen Steuerzahlern waren bereits an der Spitze der Einkommenspyramide vor sechs Jahrhunderten.“ Beispielsweise tauchte unter den Top Five damals wie heute der Name Bernardi auf. Im Gegensatz dazu die Familie Grasso: Sie fand sich im 15. Jahrhundert wie aktuell auf den unteren Rängen. Vor allem aber, so die Autoren, gebe es einer detaillierteren Analyse zufolge eine Art Boden für die Angehörigen der oberen Klasse, der sie davor bewahre, ganz tief zu fallen.
Diese Erkenntnisse sind nicht nur für den Laien erstaunlich. Sie sind es auch für Ökonomen. Denn bisher gingen diese stets davon aus, dass die wirtschaftlichen Vor- oder Nachteile, die sich aus der Abstammung ergeben, nach spätestens drei Generationen ausgeglichen sind. „Diese Ansicht stellen wir infrage“, schreiben die beiden Wissenschaftler. Und sie gehen noch weiter: „Florenz scheint kein Einzelfall zu sein, wir glauben, dass die Ergebnisse auch auf andere westliche Industriestaaten übertragen werden können.“
Dies scheint auf den ersten Blick eine akademische Diskussion. Doch tatsächlich verbirgt sich dahinter großer Konfliktstoff, der für die weitere wirtschaftliche Entwicklung in den westlichen Industriestaaten entscheidend ist. Denn ein Staat, Weiterlesen Warum die Reichen immer reich bleiben werden

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Rassistischer Doppelpass

http://www.sozialismus.de/

10. Juni 2016 Otto König/ Richard Detje: AfD-Provokation als »Arbeits- und Werbeprinzip«
AfD-Vize Alexander Gauland, obwohl er sich »im Fußball nicht auskennt«, und die AfD-Vorsitzende Frauke Petry spielen mit Blick auf die heute Abend beginnenden Fußball-Europameisterschaft Doppelpass: Er äußert sich abfällig über den dunkelhäutigen, geborenen Berliner Jérôme Boateng vom FC Bayern München, sie stänkert gegen die Mekka-Pilgerreise des in Gelsenkirchen geborenen türkisch-stämmigen Mesut Özil von Arsenal London.
Beide Fußballer sind in den nächsten Wochen mit dem DFB-Team auf »Mission Europameister« unterwegs. Funktionäre der AfD lassen also keine Gelegenheit aus, um mit dumpfbackenen Äußerungen mediales Interesse zu erwecken. Das reicht von der Diffamierung von Flüchtlingen und Islamophobie beim Treffen mit Muslimen über die Forderung des thüringischen AfD-Landeschefs Björn Höcke, mit der französischen Front National zusammenzuarbeiten, bis zu offen rassistischen Statements, die – abgefeuert in Richtung von Spielern der deutschen Fußballnationalmannschaft kurz vor der Eröffnung der Europameisterschaft in Frankreich – zweifelsohne das größte mediale Echo finden.
Sicher, die AfD ist kein monolithischer Block; in ihr sammeln sich Rechtspopulisten, die gegen die »politische Klasse« zu Felde ziehen, neben EU-Gegnern, Rassisten und Völkisch-Nationalen. Und es gibt Repräsentanten mit ausgeprägten Machtinteressen, die wissen, wie sie über die gesamte Breite des politischen Spektrums ihrer Partei »spielen« können.
»Die Leute finden ihn als Fußballspieler gut. Aber sie wollen einen Boateng nicht als Nachbarn haben«, sagte Gauland über Boateng, Weltmeister von 2014. Mit diesem widerlichen Gerede setzt er die Hetze der NPD aus dem Weltmeister-Jahr 2006 fort. Die Neonazis hatten damals Weiterlesen Rassistischer Doppelpass

Großbritannien oder: Das Ende der Resignation | Blätter für deutsche und internationale Politik

https://www.blaetter.de/archiv/jahrgaenge/2016/juni/grossbritannien-oder-das-ende-der-resignation

von David Graeber
Kann Hoffnungslosigkeit einfach langweilig werden? Es besteht tatsächlich Grund zur Annahme, dass in Großbritannien gerade eine solche Geisteshaltung aufkommt. Nennen wir sie: Pessimismusverdrossenheit.
Seit nunmehr fast einem halben Jahrhundert hat die britische Kultur, besonders auf der Seite der Linken, aus der Verzweiflung eine Kunstform gemacht. In diesem Land wurde „No Future“ zum Motto einer ganzen Generation, der nächsten und schließlich noch einer weiteren Generation. Angefangen mit dem Zerfall seines Empires über den Zerfall seiner Industriestädte bis hin zum derzeitigen Zerbröseln seiner Sozialstaatlichkeit schien das Land jede nur denkbare Variante der Verzweiflung erkunden zu wollen: Verzweiflung als Ausdruck der Wut, der Resignation oder einer Laune, des Stolzes oder insgeheim genossener Lust. Nun aber scheint damit endlich Schluss zu sein.
Oberflächlich und aus der Ferne betrachtet erweckt Großbritannien den Eindruck, es gebe sich einem der seltsameren Anfälle masochistischer Selbstzerstörung hin, welche die Weltgeschichte verzeichnet. Seit dem Wahlsieg von 2010 hat sich die konservative Regierung, erst mit den Liberal Democrats als Koalitionspartner und jetzt in Eigenregie, darauf verlegt, Vieles von dem systematisch abzuwickeln, was ein gutes und anständiges Leben auf der Insel ermöglichte. Den Anfang machte die konservative Führung, indem sie das Universitätssystem abwrackte, das einstmals der Stolz des Vereinigten Königreichs war. Zugleich nahm sie die großartigste Ressource für das Selbstwertgefühl und die Würde der Nation ins Visier: die universalen Gesundheitsgarantien des National Health Service. All dies geschieht im Namen einer Wirtschaftsdoktrin: der Austerität. An die angeblich zwingend gebotene fiskalische Disziplinierung glaubt niemand wirklich, so gut wie jeder beklagt aber deren Ergebnisse – einschließlich Premierminister David Cameron, der privatim über den Niedergang der öffentlichen Dienste bei sich zuhause klagte. Gerechtfertigt wird diese Politik als Reaktion auf eine existenzielle Krise, die gar nicht existiert.
Wie konnte es dazu kommen? Es hat den Anschein, dass die gesamte politische Klasse sich in den Fallstricken des bizarr erfolgreichen Narrativs verfangen hat, das die Tories nach dem Finanzcrash von 2008 an die Macht brachte und von dem sie immer noch leben, obwohl seine Konsequenzen längst jeder Menschlichkeit, ja dem gesunden Menschenverstand selbst Hohn sprechen.
Boom Crash Opera
So gut wie jede seinerzeit amtierende Regierung wurde nach dem Crash ausgewechselt. Deren jeweilige politische Richtung entschied in der Regel darüber, welchen Ursachen man die Krise nachträglich zuschrieb und welches Narrativ sich öffentlich durchsetzen konnte. In den Vereinigten Staaten machte man George W. Bush für den Zusammenbruch verantwortlich, so dass die CEOs und Hedgefonds-Manager, die Bush bei Sponsorentreffs als seine „Basis“ zu rühmen pflegte, öffentlich in Misskredit gerieten. Zwar kam nicht einer dieser Leute vor Gericht, aber die meisten Amerikaner waren überzeugt, dass sie dorthin gehört hätten.
Im Vereinigten Königreich, wo Gordon Brown von der Labour Party in der Downing Street 10 amtiert hatte, fand dagegen das Narrativ der konservativen Opposition breite Zustimmung. Demzufolge resultiere die britische Krise Weiterlesen Großbritannien oder: Das Ende der Resignation | Blätter für deutsche und internationale Politik

John McDonnell und DiEM25 verbünden sich für ein demokratisches Europa

John McDonnell und DiEM25 verbünden sich für ein demokratisches Europa

John McDonnell tritt der am schnellsten wachsenden Bewegung für eine progressive and umfassende Erneuerung Europas bei

LONDON, 3.Juni 2016 – John McDonnell, der Schatten – Finanzminister der Labour Partei, hat jetzt seine eindeutige Unterstützung für die von DiEM25 vorangebrachten Prinzipien bekundet. Damit gesellt er sich zu einer schnell wachsenden Liste sehr bekannter Mitstreiter, wie Noam Chomsky, Ken Loach, James K. Galbraith und Brian Eno.
John McDonnell engagiert sich voll an der Seite des Mitbegründers von DiEM25, Yanis Varoufakis, und findet enthusiastischen Beifall bei den Briten aller Bevölkerungsgruppen und Schichten, die jetzt erkennen, dass es eine gangbare humanistische Alternative gibt.
Yanis Varoufakis bekräftigte:
“DiEM25 ist stolz John McDonnell in ihren Reihen begrüßen zu dürfen. In einer Zeit, in welcher Europa unter der Last der Austeritätspolitik und ihres demokratischen Vakuums zerfällt, führt unsere Bewegung die Demokraten des gesamten Kontinents zueinander. Miteinander gehen wir gegen gescheiterte Politk und gegen ein Establishment vor, welches die Demokratie mit Füßen tritt. Miteinander fordern wir unser Europa im Sinne unserer Mitbürger ein. Wir verweigern Brüssel die Kapitulation, Weiterlesen John McDonnell und DiEM25 verbünden sich für ein demokratisches Europa

Sir, ich werde für Sie nicht den Dritten Weltkrieg beginnen

https://deutsch.rt.com/international/38850-sir-ich-werde-fur-sie/
von Rainer Rupp

Zum Glück widersetzte sich der kühle Brite dem wahnsinnigen und wiederholt eingeforderten Befehl seines US-amerikanischen Vorgesetzten, der US-Vier-Sterne General Wesley Clark. Stattdessen schaltete Sir Mike die Regierung in London ein und drohte mit seinen sofortigen Rücktritt. (Siehe: „Gen Sir Mike Jackson: My clash with Nato chief.“) Die britische Regierung wurde aktiv, telefonierte mit Washington. Von dort wurde SACEUR Clark dann zurückgepfiffen, allerdings ziemlich widerwillig, wie sich später herausstellte.
Proteste in Montenegro gegen den Beitritt zur NATO

Angesichts des zunehmenden militärischen Aufmarschs der NATO an den Grenzen zu Russland und der markigen Worte von NATO-Politikern und Militärs, die vor einem schon bald zu erwartenden Krieg „warnen“, als Rechtfertigung, um Russland noch mehr mit dem Rücken an die Wand zu drücken, ist der Schießbefehl des NATO-Oberbefehlshabers vom 11. Juni 1999 von hochaktueller Bedeutung. Die damaligen Ereignisse verdienen daher, nochmals in Erinnerung gerufen zu werden.
Der Kosovo-Krieg endete am 11. Juni 1999 und eine gemeinsame NATO-russische Friedenstruppe sollte im Kosovo installiert werden. Schließlich war das Ende des Blutvergießens weder ein Erfolg des US-NATO-Angriffskriegs noch der US-amerikanischen Diplomatie, sondern der Waffenstillstand kam auf Vermittlungen Russlands zustande. Darauf verwies u.a. auch US- Congressman Cunningham von Kalifornien in einer Debatte im US-Kongress am 1. Juli 1999, die festgehalten ist (Siehe Archiv des Kongresses: Congressional Record, 1. July 1999, Seite 14986). Daher war es nur selbstverständlich, dass Russland erwartete, ebenso wie die wichtigen NATO-Länder, die Verantwortung für einen eigenen, unabhängigen Friedenssektor zu bekommen. Und entsprechend verärgert war man in Moskau, als das von der NATO selbstherrlich abgelehnt wurde.
In den US-NATO-Kreisen wollte man Weiterlesen Sir, ich werde für Sie nicht den Dritten Weltkrieg beginnen