Nation : Immer noch Grenzen im Kopf

http://www.zeit.de/kultur/2016-06/nation-bedeutung-nationalitaet-10-nach-8

Eine zerrissene Europa-Flagge weht auf dem Passagierterminal im Hafen von Vathy auf der Insel Samos, Griechenland.
Eine zerrissene Europa-Flagge weht auf dem Passagierterminal im Hafen von Vathy auf der Insel Samos, Griechenland. © Christian Charisius/dpa

Wenn Zeitreisen möglich wären, was würde ein Besucher aus dem 19. Jahrhundert wohl denken, wenn er heute in einer westlichen Großstadt landen würde? Er würde über Autos, Flugzeuge und Menschen staunen, die in Mobiltelefone brüllen. Vor allem wohl aber über die völlig neue gesellschaftliche Zusammensetzung in unseren Städten – über die unzähligen nicht-europäischen Sprachen, ethnischen Zugehörigkeiten und Religionen.
Adania Shibli ist eine palästinensische Schriftstellerin und Kulturwissenschaftlerin. Sie lebt zwischen Berlin und Jerusalem und ist Gastautorin bei „10 nach 8“.

Adania Shibli ist eine palästinensische Schriftstellerin und Kulturwissenschaftlerin. Sie lebt zwischen Berlin und Jerusalem und ist Gastautorin bei „10 nach 8“. © privat

Eines dürfte ihm jedoch vertraut sein. Ein Begriff aus dem 19. Jahrhundert, zu dem wir noch immer ein verblüffend enges Verhältnis pflegen: dem der „Nation“. Denn noch heute versuchen viele, unserer geteilten Lebenswelt mit diesem Begriff einen Rahmen zu geben. Dabei wäre es längst an der Zeit, die Wahrnehmung zu verändern. Das Konzept der Nation entspricht schließlich weder unserer Realität, noch der medialen Vernetzung seit der digitalen Revolution.
Ich las kürzlich Benedict Andersons Buch Imagined Communities (1983). Es handelt von der Idee der Nation als kulturellem Konstrukt, das Ende des 18. Jahrhunderts entstand. Besonders spannend fand ich Weiterlesen Nation : Immer noch Grenzen im Kopf

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