Bayer Die Monsanto-Übernahme ist ein riesengroßes Risiko

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Bayer wird sich letztendlich hoch verschulden müssen. Das schränkt den Konzern enorm ein. Von den Unsicherheiten rund um Glyphosat ganz zu schweigen.
Kommentar von Elisabeth Dostert
Geld sticht Argumente. Die Logik hinter dem fetten Angebot, das Bayer den Aktionären von Monsanto unterbreitet, ist einfach. 122 Dollar in bar bieten die Deutschen je Aktie. Insgesamt 62 Milliarden Dollar ist es ihnen wert, der weltweit größte Anbieter von Saatgut und Chemikalien für die Landwirtschaft zu werden.
Für die Monsanto-Aktionäre ist das mit Blick auf die Kursentwicklung in den vergangenen Monaten ein unwiderstehliches Angebot. 122 Dollar je Aktie, es ist mehr als ein Jahr her, dass die Papiere von Monsanto so viel wert waren. In den vergangenen Monaten ging es mit Schwankungen abwärts. Am 9. Mai kostete die Aktie rund 89 Dollar. Kurz danach wurden die Spekulationen um eine Übernahme immer lauter, und der Aktienkurs von Monsanto stieg.
Bayer wird sich hoch verschulden müssen
Für die Investoren und auch die Mitarbeiter von Bayer ist es ein Angebot mit erheblichen Risiken und Nebenwirkungen. Die Übernahme soll zu einem Viertel über Eigenkapital finanziert werden, der überwiegende Teil davon soll aus einer Kapitalerhöhung kommen.
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Kommission veröffentlicht weitere TTIP-Dokumente

http://ec.europa.eu/germany/news/kommission-ver%C3%B6ffentlicht-weitere-ttip-dokumente_de?newsletter_id=188&utm_source=representations_newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=EU-Aktuell&utm_content=Kommission%20ver%F6ffentlicht%20weitere%20TTIP-Dokumente&lang=de
Bei der 13. Verhandlungsrunde für das transatlantische Handelsabkommen TTIP Ende April in New York haben die Unterhändler der EU und USA gute Fortschritte erzielt. Es bleiben jedoch erhebliche Differenzen bei Dienstleistungen und im öffentlichen Beschaffungswesen. Das geht aus dem detaillierten Bericht zur 13. Verhandlungsrunde hervor, den die Europäische Kommission heute (Dienstag) veröffentlicht hat. Die Kommission veröffentlicht heute auch ihren Vorschlag für die regulatorische Zusammenarbeit im Pharmasektor, den sie in der 13. Runde vorgelegt hat. 
Der Vorschlag für die Kooperation im Pharmasektor zielt darauf ab, dass die Regulierungsbehörden enger zusammenarbeiten und dadurch Vorteile für die Patienten erreichen, indem Genehmigungsverfahren für Medikamente schneller und auf beiden Seiten des Atlantiks besser abgestimmt werden. Es geht zum Beispiel darum, die Inspektionen von pharmazeutischen Einrichtungen zu koordinieren, um unnötige Doppelarbeit zu vermeiden. Auch die Notwendigkeit doppelter Genehmigungsverfahren für Medikamente in der EU und den USA wird hinterfragt.
Der Bericht zur 13. Verhandlungsrunde zeigt, dass die Unterhändler in allen drei Säulen der Verhandlungen gut vorangekommen sind, also i) beim besseren Zugang zu den Märkten der EU- und der US-Unternehmen, ii) der Vereinfachung technischer Vorschriften, ohne Standards zu senken und iii) globalen Regeln des Handels, einschließlich der nachhaltigen Entwicklung, Arbeit und Umwelt und einem eigenen Kapitel für kleinere Unternehmen (KMU).
Ein Informationsblatt über Zusammenarbeit bei der Regulierung für Arzneimittel ist hier zu finden, mehr über andere EU-Vorschläge finden Sie hier.
Handelskommissarin Malmström wird heute bei einer EurActiv-Konferenz in Brüssel eine programmatische Rede über die Vorteile des TTIP-Abkommens für die europäische Wirtschaft halten. Die Rede wird auf der Website der Kommissarin zur Verfügung stehen.
Pressekontakt: Margot Tuzina, Tel.: +49 (30) 2280 2340
Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern beantwortet der Infopunkt der Berliner Vertretung der Europäischen Kommission per E-Mail oder telefonisch unter (030) 2280 2900.

Kritik ja! Aber woran? Eine Debatte über Rassismus, Ressentiment und Islamkritik                              

http://emafrie.de/neu-erschienen-eine-debatte-ueber-rassismus-ressentiment-und-islamkritik/
[neu erschienen]: Eine Debatte über Rassismus, Ressentiment und Islamkritik
mit Birgit Rommelspacher † Professorin (em.) für Psychologie mit dem Schwerpunkt Interkulturalität und Geschlechterstudien an der Alice Salomon Hochschule Berlin, Lothar Galow-Bergemann & Markus Mersault, beide aktiv bei Emanzipation und Frieden und Ismail Küpeli, Politikwissenschaftler und Aktivist (Bundeskongress Internationalismus, Informationsstelle Militarisierung) erschienen in iz3w – informationszentrum 3.welt Nr. 323 März/April 2011 jetzt neu erschienen in Pastinaken Raus! – Ein Handbuch, Herausgeber Matthias Weinzierl, Till Schmidt, Bayerischer Flüchtlingsrat, http://www.hinterland-magazin.de, München 2016, Seite 158 – 171 

„Damit Kritik nicht hilflos ihrem Gegenstand gegenübersteht, bedarf es der Arbeit an und mit Begriffen, die jenem Gegenstand gerecht werden und seine wesentlichen Elemente auch tatsächlich benennen. Wir sprechen daher vom antimuslimischen Ressentiment statt von Rassismus, weil wir glauben dass spezifische Ressentiments gegen Menschen existieren, die als Muslime identifiziert werden. Wer sich die antimuslimische Internetplattform „Politically Incorrect“ oder den Verein „Bürgerbewegung Pax Europa“ anschaut, wird dem zustimmen müssen. Es lassen sich auch traditionell rassistische Elemente ausmachen, etwa die imaginierte Minderwertigkeit von Moslems, die sich auf ein vormaliges oder gegenwärtiges Produktivitätsgefälle beruft. Aber zugleich weisen antimuslimische Ressentiments über rassistische Elemente hinaus, wenn sie – um nur zwei Spezifika zu nennen – in verschwörungsphantasierendem Duktus sich vor der „Gebärmutter als Waffe des Islam“ fürchten und die westliche Gesellschaft vor islamischer Überflutung und Unterjochung retten wollen. Zwar gibt es in der islamischen Welt tatsächlich weltherrschaftliche Ansprüche und Morde an Ungläubigen, doch längst nicht jede islamische Strömung sympathisiert mit ihnen oder agiert gar in ihrem Sinn. Zum anderen manifestiert sich im antimuslimischen Ressentiment, wie es in Deutschland kursiert, die gescheiterte Vergangenheitsbewältigung. Es bietet Entlastung, indem es Deutschen eine moralische Sanierung ermöglicht: Die Benennung des auch in der islamischen Welt virulenten Antisemitismus dient dem Zweck, das absolut Böse woanders auszumachen und so die deutsche Identität zu rehabilitieren. Auch erscheinen die Deutschen nunmehr als moderne Opfer an der Seite der wahren Opfer, nämlich der Juden. Beide Elemente finden sich im Rassismus typischerweise nicht. Der Begriff des antimuslimischen „Rassismus“ erzeugt aber gerade durch seine inflationäre Verwendung das Bild eines raumzeitidentischen Phänomens, das der Dynamik gesellschaftlicher Prozesse nicht gerecht wird.“ Zum vollständigen Text